Projekt EQEL

Was ist EQEL?

Außerbetriebliche  Einstiegsqualifizierung zur Elektronikerin/ zum Elektroniker in einer gemischten Gruppe aus geflüchteten und deutschen Teilnehmer

EQEL ist ein für Sommer 2019 geplantes Projekt der Aucoop Bremen e.V.

Junge Menschen, insbesondere Geflüchtete, sollen auf eine Ausbildung zum Elektroniker vorbereitet werden. Die Teilnehmenden sollten ein Sprachniveau von B1 haben (Ausnahmen siehe unten „Kurz Übersicht“). Ein wichtiger Aspekt des Projektes ist die Verfestigung und möglichst auch Verbesserung der vorhandenen sprachlichen Fähigkeiten, sowohl während der Theorievermittlung als auch im Praxisteil. 

Die Inhalte des 1. Lehrjahres des Berufs  Elektroniker vermitteln wir durch Praxisübungen an Montagebrettern. Wenn möglich, wird Praxiserfahrung durch Elektroarbeiten in gemeinnützigen Projekten gesammelt.

Die Theorie erlernen die Teilnehmenden in der Berufsschule. Im Förderunterricht  bereiten wir die vermittelten Inhalte und eventuelle Probleme damit auf.

Einmal wöchentlich erfolgt eine praxisbezogene Sprachunterrichtseinheit in Deutsch; deutschsprachige Menschen erhalten Englischunterricht.

Wir planen über Kooperationen, sonstige Schwächen (z.B. Mathematik, Physik) durch weiteren Förderunterricht auszugleichen.

Die Teilnehmenden werden in 3 Kleingruppen von 4 Personen unterrichtet. Hierbei ist uns ein solidarischer Umgang miteinander sehr wichtig. Die Teilnehmenden werden darin bestärkt sich gegenseitig zu helfen.    

Was ist der Unterschied zu einer „normalen“ Einstiegsqualifizierung, genannt EQ?

Normale EQ sind eine Art Langzeitpraktikum in Betrieben.

Die Bundesagentur für Arbeit zahlt den Teilnehmenden ein Praktikumsgehalt, der Betrieb hat keine Personalkosten und bildet im Idealfall die Teilnehmenden so aus, dass sie im darauffolgenden Jahr übernommen werden und die Ausbildung im Betrieb fortführen.

Der wesentliche Unterschied bei EQEL ist, dass unser Projekt hauptsächlich in der Werkstatt stattfindet. Praktische Übungen finden an Montagebrettern statt. Das hat verschiedene Vorteile, aber durchaus auch Nachteile.

Unser Projekt ist für Menschen gedacht, die dem Betriebsalltag noch nicht gewachsen sind, sei es aus sprachlichen oder anderen Gründen.

In unserer Ausbildungswerkstatt können sie jederzeit die Hilfe des Ausbilders oder ihrer Kollegen in Anspruch nehmen, sie erhalten sowohl Sprach- als auch sonstigen Förderunterricht.

Der Nachteil ist, dass die Werkstattsituation und der betriebliche Alltag sich sehr stark unterscheiden.

In der Werkstatt liegt der Focus auf den Teilnehmenden. Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten geben das Arbeits- bzw. Lerntempo vor. Fehler haben keine negativen Folgen. Der Lerneffekt bei einer fehlerhaft, aber selbstständig ausgeführten Aufgabe ist sogar größer als bei einer korrekten, aber „auswendig“   ausgeführten Arbeit.

Im Betrieb liegt der Focus auf der zu erledigen Arbeit, Fehler könnten teuer für den Betrieb, oder auch gefährlich für den Azubi oder andere werden.

Grobe zeitliche Gliederung

1.Monat:

Projekt vorstellen, Fähigkeiten und Fertigkeiten evaluieren, Förderbedarf planen, Kleingruppen einteilen.

Während der gesamten Ausbildung:

Vermittlung  Inhalten des 1. Lehrjahres Elektroniker/in  mithilfe der folgenden Qualifizierungsbausteine:

-Montage; Demontage und Installation

-Installation und Schaltung von Beleuchtungsanlagen

-Installation und Inbetriebnahme von Informations- und Kommunikationssystemen

-Installation und Inbetriebnahme von Haushaltsgeräten

-Installation und Inbetriebnahme von Antennen- und Breitbandkommunikationsanlagen

Die TN erhalten Qualifikationsbeurteilungen sowie zum Abschluss der Maßnahme ein Zeugnis nach §7 der Berufsvorbereitungs-Bescheinigungsverordnung.

Teilnahme am Berufsschulunterricht 1. Lehrjahr.

Begleitender Förderunterricht entsprechend des festgestellten Bedarfs.

Wenn möglich Erprobung in der Praxis.

7.-8.Monat

Betriebspraktika, weiterhin bekleidet von Förderunterricht, und einem möglichst engen Kontakt zum Betrieb durch das Personal.

Vermittlung von TN  in Ausbildungsbetriebe, oder ggf. in eine Anschluss-Maßnahme.

Begleitung der TN in den Betrieben in Kooperation mit Organisationen die für  die Vermeidung von Abbrüchen zuständig sind.

Während der gesamten Zeit

Teambildungs-Maßnahmen wie z.B.:

1xwöchentlich: 1 Kleingruppe kocht für alle TN.

Sonstige Angebote wie z.B.: Sport, Besuche von Sport- oder sonstigen Veranstaltungen.

Warum ist gerade eine Ausbildung zum Elektroniker sinnvoll?

-Elektroniker der verschiedenen Fachrichtungen werden gebraucht (Stichwort Fachkräftemangel). Sie sind am Arbeitsmarkt sehr gefragt.

-nach der Grundausbildung (1.Lehrjahr) gibt es eine Vielzahl moderner Berufe (siehe unten), die sowohl in Deutschland als auch weltweit gebraucht werden.

-ausgebildete Elektroniker sind sehr gefragt bei der  Weiterbildung auf Berufe die im Sektor der nachhaltigen Energieerzeugung gebraucht werden.

Kurzdarstellung des Berufsbildes

Das 1. Lehrjahr eines Elektronikers ist die Grundausbildung.Danach können die TN ihre Ausbildung in verschiedenen Ausbildungsberufen (siehe unten)  im Handwerk oder in der Industrie fortsetzen.

Elektroniker im Handwerk:

Elektroniker in der Industrie:

Kurz-Übersicht

Zielgruppe: Flüchtlinge, Deutsche, Europäer, die nicht mehr schulpflichtig sind und über keine in Deutschland anerkannte, abgeschlossene Ausbildung verfügen.

Eingangs-Voraussetzung: Deutschkenntnisse B 1

Teilnehmer mit geringeren Deutschkenntnissen können ggf. in einem vorgeschalteten Kurs in Kooperation mit dem Projekt Bildung des Kulturzentrum Lagerhaus auf das erforderliche Sprachniveau gebracht werden.

Anzahl: Mindestens 12, maximal 14 TN.

Kontakt:

Andreas Tabukasch

Telefonisch: Mo-Fr 8.30h-13.00h; 0421 73060

Mail: atabukasch@aucoop.de

Stand: März 2019