Projekt EQEL

Das Projekt EQEL hat die Aufgabe junge Menschen für die Ausbildung zum Elektroniker fit zu machen

Außerbetriebliche  Einstiegsqualifizierung zur Elektronikerin/ zum Elektroniker in einer gemischten Gruppe aus geflüchteten und deutschen Teilnehmer

 Grobkonzept

Ziel der Maßnahme ist die Vorbereitung auf die Ausbildung zum Elektroniker. Eine heterogene Gruppe von Personen, bestehend aus Flüchtlingen verschiedener Altersgruppen und deutschen/europäischen jungen Erwachsenen soll in unserer Werkstatt fit gemacht werden, für die Anforderungen dieser anspruchsvollen Ausbildung.

Durch die Kombination einer integrativen Einstiegsqualifizierung(EQ) mit Sprachtraining, Alltagstraining, Grundlagen der Landes -Gesetze und –Gebräuche, und einer individuellen Förderplanung, soll erreicht werden die Teilnehmer(TN) auf die Ausbildung zu Elektronikern vorzubereiten.

Integrative Einstiegsqualifizierung heißt: Wir vermitteln den Teilnehmenden in unserer Ausbildungswerkstatt die Inhalte des 1.Lehrjahres. Betriebe die sie übernehmen können entscheiden ob sie die Teilnehmenden für reif genug für das 2.lehrjahr halten, oder ob sie das 1.Lehrjahr im betrieblichen Alltag wiederholen sollten.

Während der EQ sollen Praktikumsphasen in Betrieben auf die betriebliche Realität vorbereiten.

Nach der EQ soll, soweit möglich, eine Vermittlung in ein reguläres Ausbildungsverhältnis stattfinden.

Durch begleitende Maßnahmen während der Ausbildung in den Betrieben, soll sichergestellt werden, dass  Ausbildungsabbrüche vermieden werden. Hierbei soll weitestgehend auf bereits bestehende Angebotsstrukturen zurückgegriffen werden (siehe auch: Mögliche/Potentielle Kooperationspartner), diese werden vom Projektpersonal identifiziert  und angemessene Maßnahmen werden  initiiert.

Das Projekt startet mit 12-14 Personen, aufgeteilt in 3-4 Kleingruppen aus 4 Personen, davon möglichst eine Person mit guten Deutschkenntnissen.

Die Maßnahme ist im Wesentlichen als Werkstatt- Maßnahme geplant.

Ideal wäre jedoch die Heranführung der Teilnehmer an reale betriebliche Abläufe durch Arbeiten an konkreten, realen Projekten.

Grobe zeitliche Gliederung

Ca. 1 Monat vor Beginn:

Werkstatt einrichten, Team zusammenstellen, Konzeptvermittlung an Team, TN sichten.

1.Monat:

Projekt vorstellen, Fähigkeiten und Fertigkeiten evaluieren, Förderbedarf planen, Kleingruppen einteilen.1

Während der gesamten Ausbildung:

Vermittlung  Inhalten des 1. Lehrjahres Elektroniker/in  mithilfe der folgenden Qualifizierungsbausteine:

-Montage; Demontage und Installation

-Installation und Schaltung von Beleuchtungsanlagen

-Installation und Inbetriebnahme von Informations- und Kommunikationssystemen

-Installation und Inbetriebnahme von Haushaltsgeräten

-Installation und Inbetriebnahme von Antennen- und Breitbandkommunikationsanlagen

Die TN erhalten Qualifikationsbeurteilungen sowie zum Abschluss der Maßnahme ein Zeugnis nach §7 der Berufsvorbereitungs-Bescheinigungsverordnung.

Teilnahme am Berufsschulunterricht 1. Lehrjahr.

Begleitender Förderunterricht entsprechend des festgestellten Bedarfs.

Wenn möglich Erprobung in der Praxis.

7.-8.Monat

Betriebspraktika, weiterhin bekleidet von Förderunterricht, und einem möglichst engen Kontakt zum Betrieb durch das Personal.

Vermittlung von TN  in Ausbildungsbetriebe, oder ggf. in eine Anschluss-Maßnahme.

Begleitung der TN in den Betrieben in Kooperation mit Organisationen die für  die Vermeidung von Abbrüchen zuständig sind.

Während der gesamten Zeit

Teambildungs-Maßnahmen wie z.B.:

1xwöchentlich: 1 Kleingruppe kocht für alle TN.

Sonstige Angebote wie z.B.: Sport, Besuche von Sport- oder sonstigen Veranstaltungen.

Kurz-Übersicht

Zielgruppe: Flüchtlinge, Deutsche, Europäer, die nicht mehr schulpflichtig sind und über keine in Deutschland anerkannte, abgeschlossene Ausbildung verfügen.

Eingangs-Voraussetzung: Mind. Deutschkenntnisse A 2.

Diese können ggf. in einem vorgeschalteten Kurs in Kooperation mit dem Projekt Bildung des Kulturzentrum Lagerhaus vermittelt werden.

Anzahl: Mindestens 12, maximal14 TN.

(Gewünschte/ potentielle) Kooperationspartner: Projekt Bildung des Kulturzentrum Lagerhaus Bremen e.V., Bremer Rat für Integration, SES (Senior Expert Service), Anbieter von ausbildungsbegleitenden Hilfen (z.B. A&A), Handels-, Handwerks-, Arbeitgeber-, und Arbeitnehmerkammer Bremen, VaDiB (Verband arbeitsmarktpolitischer Dienstleister in Bremen), Berufsschule, verschiedene Migrantengruppen die in Aucoop und Lagerhaus angesiedelt sind ( Kurdische und Iranische Exil Organisationen).

Personal:  Fachausbilder (Meister oder Geselle mit Ausbildereignungsprüfung, idealerweise mit Migrationshintergrund). Berufsschullehrer  (Fachtheorie),

Soz.Päd/in , Leitung/Koordinator (  Kontakt  Betriebe, Behörden, Koop-Partner), Brückenbauer ( Person mit Migrationshintergrund).

Deutsch/Integrationskurs über Lagerhaus Bildung. Ggf. Honorarkräfte für besondere Aktionen ( z.B. Kochen etc.).

Warum ist gerade eine Ausbildung zum Elektroniker sinnvoll?

-Elektroniker der verschiedenen Fachrichtungen werden gebraucht (Stichwort Fachkräftemangel). Sie sind am Arbeitsmarkt sehr gefragt.

-Nach der Grundausbildung (1.Lehrjahr) gibt es eine Vielzahl moderner Berufe (siehe unten), die sowohl in Deutschland als auch weltweit gebraucht werden.

-ausgebildete Elektroniker sind sehr gefragt bei der  Weiterbildung auf Berufe die im Sektor der nachhaltigen Energieerzeugung gebraucht werden.

-wir können Elektroniker, und zwar sehr gut (siehe Kurzdarstellung Aucoop).

Kurzdarstellung des Berufsbildes

Das 1. Lehrjahr eines Elektronikers ist die Grundausbildung.Danach können die TN ihre Ausbildung in verschiedenen Ausbildungsberufen (siehe unten)  im Handwerk oder in der Industrie fortsetzen.

Elektroniker im Handwerk:

Elektroniker in der Industrie:

Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme

Kurzbeschreibung Aucoop Bremen e.V.

Die Aucoop Bremen e.V. (http://www.aucoop.de/index.html) wurde 1977 gegründet. Das Alleinstellungsmerkmal der Aucoop ist, dass wir unter unserem Dach am Markt arbeitende, selbstverwaltete Handwerksbetriebe (Schlosserei, Elektro-Werkstatt,

Tischlerei) und eine Abteilung für arbeitsmarktpolitische Dienstleistungen vereinen. Diese besteht zurzeit aus einer Beschäftigungsmaßnahme für über 25 jährige (AGH-MAE Ü 25, Metall), die nach DIN-ISO 2008 zertifiziert ist.

In der Schlosserei arbeitet seit 2017 ein Kollege aus Syrien.

Von 1983 bis 2009 bildeten wir 175 Jugendliche und junge Erwachsene aus vielen europäischen und außereuropäischen Ländern in unserer  „Außerbetriebliche(n) Maßnahme nach § 246 SGB III“ zum Elektroinstallateur/Elektroniker  aus. Hier möchten wir wieder anknüpfen.

Außerdem gibt es diverse befreundete Gruppen/Organisationen, die unsere Räumlichkeiten in der Weberstraße 18 im Ostertor nutzen. Unter anderem:

-Hambastqui e.V., eine politisch orientierte Vereinigung von Exil Iranern

-Kurdischer Kulturverein e.V.

-Komciwan e.V. (Kurdische Jungendorganisation)

-Bereich Bildung des Lagerhaus Bremen e.V. , Deutschkurse

-Brainlift e.V., mit Internet Café

-Mathe am Strand

-Der radelnde Installateur ( Heizungs- und Sanitärbetrieb)

-Rad Renn Gemeinschaft Bremen

Kontakt:

Andreas Tabukasch

Telefonisch: Mo-Fr 8.30h-13.00h; 0421 73060

Mail: atabukasch@aucoop.de

Stand: Februar 2019